
Der Buckelwal „Timmy“ hatte bei seinem Auflanden in der Wismarer Bucht in der Ostsee unsere volle Empathie. Dies gilt nicht für alle Tiere. Mit grusligen Bildern wird Schauer geweckt, hier einige jüngste Beispiele.
Der „Wolfsangriff“ mit verletzter Frau in Hamburg
Ein Wolfsangriff mit verletzter Person, das war der „Worst case“, der den Medien am 26. März 2026 zu entnehmen war. Rotkäppchen lässt grüssen: Wolf beisst Frau! Geschehen inmitten von Hamburg. Ein Vierteljahrhundert nach der Rückkehr des Wolfs in Mitteleuropa werden nun viele sich von der Gefährlichkeit des Wolfes bestätigt fühlen. Die erste Schlagzeile lautete: Frau von Wolf „schwer verletzt“, im Spital. Dann wurde der Biss am Mundwinkel zur Wange ambulant behandelt und die Frau konnte das Spital umgehend wieder verlassen. Was war geschehen? Ein Jungwolf verirrte sich in die Stadt, geriet in Panik, rannte gegen Glasscheiben. Eine Frau, die ihn offenbar für einen Hund hielt, wollte ihm helfen. Das Tier, gestresst, fühlte sich gedrängt, schnappte ängstlich zu und rannte davon. Es gibt auch Stimmen, die sagen, der Wolf habe sie nicht gebissen, sondern über den Haufen geworfen. Der Wolf wurde später aus einem Kanal gefischt.
So geschah der erste „Angriff“ eines Wolfes auf einen Menschen seit seiner Wiederkehr. Kann man mit diesen besonderen Vorzeichen überhaupt von einem „Angriff“ sprechen? Menschen gehören in unseren Breiten nicht zum Beutespektrum des Wolfs. Und gab es früher irgendwo doch einmal einen Zwischenfall, so war er meist die Folge der Tollwut, also wegen erkrankter Tere. Die heutige Gewöhnung an Fütterung durch Menschenkann auch zu Kontakten mit dem Menschen führen. Das ist menschliches Fehlverhalten, wie wir es von den Bärenpopulationen im Trentino oder in Rumänien kennen. Kommt es dann zu Übergriffen, erfolgt reflexartig die Forderung auffällige Tiere zu töten.
Wir müssen lernen jenen Tierarten, die wir vor 120 Jahren ausgerottet hatten, Lebensraum und Lebenschancen zurückzugeben. Das schliesst nicht aus, als „Problemwölfe“ erkannte Tiere zur Strecke zu bringen. In Europa leben derzeit rund 20‘000 Wölfe, in Deutschland sollen es 1‘600 sein. Sie werden mit unserer Zivilisation in Kontakt kommen und allenfalls auch an einem Kindergarten vorbeilaufen. Seit den 25 Jahren der Wiedereinwanderung ist bisher nichts Dramatisches geschehen, wobei nie ausgeschlossen werden kann, dass Extremsituationen möglich sind. Der Vorfall in Hamburg ist dabei glimpflich abgelaufen. Dazu noch folgende nicht weiter kommentierte Bemerkung: im Jahr 2024 wurden in Berlin 77 Menschen durch Hunde schwer verletzt, 446 weitere verletzt (Hundebiss-Statistik Berlin 2024, Abt. Verbraucherschutz).
Wo Riesenechsen zwischen Wolkenkratzern baden
So geschrieben im Titel des „Stern“ vom 2. April 2026 und bald überall auf Internet abrufbar. Mehrere Meterlange Riesenechsen sollen sich inmitten von Bangkok wohlfühlen. Es ist vom Lumphini-Park die Rede, der gleichermassen bei Einheimischen wie Touristen beliebt sei. Dort „lümmeln“ „Tropen-Drachen“ faul im Gras herum und seien eine Touristenattraktion. Also bloss nicht anfassen! Die Bindenwarane machen zwar Jagd auf Fische, Nager, Vögel und deren Eier, aber nicht auf Menschen. Sie sind die Gesundheitspolizei, indem sie auch Aas und Abfall beseitigen. Fühlen sich die anpassungsfähigen Tiere bedroht, wären sie wehrfähig, sie können kräftig beissen, sind mit Krallen ausgestattet und können auch kräftig mit dem Schwanz schlagen und damit Verletzungen hinterlassen.

Und zugegeben, es sind grosse Tiere. Sie werden zwei bis maximal drei Meter lang mit grosser Schwanzlänge. Aussergewöhnlich sind sie für die Touristen, die Einwohner sind sie gewohnt. Ihre Anwesenheit in Grossstädten ist nichts Aussergewöhnliches. Ich sah diese Grossechsen bereits im Jahr 2000 in der malayischen Hauptstadt Kuala Lumpur, wo sie sich ohne jede Scheu in den Grünanlagen aufhielten, sich also als Kulturfolger erwiesen. Für uns Westler sind sie eine kuriose Geschichte wert.
Die „Baronin“-Riesenschlange in Indonesien sprengt alle Rekorde
Wer ist die „Baronin“ (Titelbild)? Sie ist eine Netzpython, Ibu Baron genannt, also die Vertreterin einer Riesenschlangenart. Sie wurde anfangs 2026 im indonesischen Maros-Gebiet in Sulawesi in Indonesien entdeckt. Sie messe 7.22 Meter Länge und sei 96.5 Kilo schwer ohne frisch gefressene Beute. Es brauchte acht Personen, um das Tier sicher zu halten. Die meisten abgedruckten Abbildungen stellen das gefangene Tier nicht dar. Dieses passt in Monsterfilme. Das Tier wächst in jeder Darstellung, wird monströser. Die „Baronin“ führt nun die Listen der Guiness World Records als längste wildlebende und auch vermessene Schlange an.
Gigantische Schlangen wecken archaische Gefühle – Angst, Staunen, Respekt. Die „Baronin“ bündelt dies mit diesen am Computer entstanden Abbildungen. Die Computersimulationen der Riesenschlange überborden in ihren Ausmassen. Sie sind auch in Natura schon grosse Tiere. Ich sah einmal eine Felsenpython in Kenia, die vielleicht ca. vier Meter lang aufgeringelt lag. Alleine die Kopfgrösse war beeindruckend.
Schlangenalarm für Kroatien
Die Online-Redaktion von Oe24 berichtet vom Schlangen-Alarm in Kroatien. Gibt es einen konkreten Anlass? Nein, mit den steigenden Temperaturen beginne in Kroatien die Schlangensaison. Besonders die giftige Hornotter sei dann wieder aktiv und verlange von Wanderern erhöhte Aufmerksamkeit. Ja, die Hornotter mit ihrem aufgesetzten Näschen besitzt ein starkes Nervengift, das sie durch einen Biss einbringen kann. Es gilt aber auch, dass die Schlange scheu ist, sie beisst allenfalls, wenn sie sich bedroht fühlt. So werden die meisten Touristen nie eine Schlange sehen. Und so wird es auch diese Saison sein. Ein Alarm ist also kaum angesagt.

Fragt man KI nach tödlichen Ereignissen, so wird der Fall eines österreichischen Terrarium-Besitzers erwähnt, der von der eigenen Schlange tödlich gebissen wurde. Weitere konkrete Fälle werden nicht erwähnt. Ähnlich Bienen-, Wespen- und Hornissenstiche gibt es Menschen mit Vorerkrankungen oder Allergien, die sich stärker als bei anderen auswirken und für sie gefährlich werden. Also beim Wandern starke Schuhe anziehen und auf sich aufmerksam machen. Bei einem Biss unnötige Bewegungen vermeiden und über den Notruf Hilfe anfordern oder direkt ein Krankenhaus aufsuchen.
N.B. Übrigens haben wir auch bei uns in der Region Alpenrheintal eine giftige Schlangenart. Es ist die Kreuzotter. Mir ist kein Todesfall in den letzten Jahrzehnten in der Schweiz und Liechtenstein bekannt. Und seit 1960 ist in Deutschland ein Todesfall bekannt. Für gesunde Erwachsene ist ein Biss nicht lebensgefährdend.
Mario F. Broggi, 8.4.2026