
Im St.Galler Tagblatt vom 7. Januar 2026 findet sich die Aussage, dass die Mauser in Liechtenstein besser entlöhnt werden als in der Ostschweiz. In Liechtenstein erhalte man pro Mäuseschwanz bis zu 3.50 Franken, im Werdenbergischen Franken 1.50. Eine Besonderheit bestehe in Balzers. Dort beschäftige die Bürgergenossenschaft Balzers Frauen und Männer vertraglich in zugewiesenen Gebieten. Diese Information fand wohl als Kuriosität den Weg in den Pressespiegel der liechtensteinischen Treuhandkammer vom 7. Januar 2026. Ein Leser fragte mich, ob man den Betrag nicht geeigneter für Greifvögel einsetzen könne. Die Anfrage regte mich an, mich über die einst traditionelle Feldmauserei in unserer Gegend kundig zu machen.
Das Handwerk des Feldmausers
Der Feldmauser ist eine traditionelle Tätigkeit bei der professionellen Schädlingsbekämpfung – oft mit Prämien pro gefangene Maus belohnt – um die Wühlmauspopulation in der Landwirtschaft zu kontrollieren und um Schäden an Kulturen zu verhindern. Es gab, und gibt in der Gemeinde Balzers immer noch, offizielle Feldmauser, die durch Gemeinden und Genossenschaften beauftragt wurden. Die Jagd auf Wühlmäuse findet mit Fallen statt. Diese werden in den Gängen der Wühlmäuse platziert und der Standort mit einem Fähnlein markiert, um es bei den Kontrollen wieder zu finden (vgl. SRF Archiv „Der letzte Feldmauser (1967) – Berufe die es so nicht mehr gibt“, https://www.youtube.com/watch?v=jTBQLSoqHRE ).
Die Hauptaufgabe ist es, in der Landwirtschaft Wurzeln und Pflanzen vor Frassschäden zu schützen. Das Handwerk ist historisch bedeutsam und vergleichbar mit anderen Dienstleistern wie Wegwarte oder Wildhüter. Die chemische Schädlingsbekämpfung konkurriert mit dieser traditionellen Methode, ist aber verpönt. Auch gibt es bereits einen Schubkarren mit Motor, mit dessen Rauchentwicklung die Mäuse in ihren Gängen getötet werden. Das Gerät ist 37 Kilo schwer, 126 cm lang, 59 cm breit und 64 cm hoch.
Der Beruf gilt seit den 1960er Jahren als aussterbend, wie wir dies vom Schindelmacher oder Köhler auch kennen. Der Feldmauser war lange zumindest eine saisonale Nebenbeschäftigung (Lussi, Kurt: Der Feldmauser. Basel, Verlag der Schweizerischen Gesellschaft für Volkskunde, 1993, 36 S.).
Die Scher- und die Feldmaus und der Maulwurf

Massgeblich sind zwei Mausarten, die grössere Scher- und die kleinere Feldmaus. Die Schermaus (Arvicola terrestris) lebt weitgehend unterirdisch, ernährt sich von Wurzeln und Knollen und bildet Erdhügel aus. Die Schermaus ist wegen Wurzelschäden im Wein- und Obstbau besonders berüchtigt. Sie hat eine Körpergrösse von 12 bis 16 cm und einen 6 bis 7.5 cm langen Schwanz, ist also ein kräftiges Tier.

Die Feldmaus (Microtus arvalis) ist mit 9 bis 11 cm Länge und einem Schwanz von 3 bis 4.5 cm kleiner und frisst oberirdische Pflanzenteile. Beide sind sehr vermehrungsaktiv mit jährlich bis zu vier Würfen mit je bis zu fünf Jungen. Es sollen so bis 3‘000 Tiere pro Hektar möglich sein, wobei es regelmässig zu Massenvemehrungen kommt.

Nicht zu verwechseln sind die Erdhaufen der Schermaus mit denjenigen der Maulwürfe. Der Maulwurf (Talpa europaea) lebt von wirbellosen Tieren, seine Erdhaufen sind grösser und kegelförmig aufgebaut, während die Schermaus kleinere unförmige Haufen hinterlässt. Der Maulwurf hat eine Körperlänge von 6-24 cm und ist an seinen Händen leicht zu erkennen, die mit starken Grabwerkzeugen ausgestattet sind. Er gilt als Nützling, allerdings soll ein Maulwurf bis 200 Erdhaufen ausstossen, was in der Landwirtschaft wegen Verunreinigung der Heuernte nicht willkommen ist.
Der Feldmauser einst
Früher hatten die Gemeinden vertraglich angestellte Feldmauser. Sie vergaben die Stelle eines Feldmausers auf dem Offertweg, so im Jahr 1941 in der Landespresse zu lesen, wo ein tüchtiger Feldmauser für die diesjährige Fangsaison gesucht wurde (Liechtensteiner Volksblatt vom 20. November 1999).
Eine Anekdote in Form einer wahren Geschichte ist von einem Schaaner Feldmauser überliefert. Wie bei der Jagd gab es auch beim Mäusefang Revierstreit. Der Schaaner Mauser hatte 1901 unwissentlich auf Vaduzer Hoheit 96 Mäuse gefangen und dies wurde irrtümlich von der Gemeinde Schaan bezahlt. Das bereits ausbezahlte Mäusegeld sollte nun zurückerstattet werden. Als Vaduz nur die Hälfte begleichen wollte, verzichtete der Schaaner Vorsteher auf das Geld. Er schenkte der Gemeinde Vaduz die Forderung von 50 Kronen und 31 Heller mit folgendem Wortlaut: „Es wird Ihnen berichtet, dass wir keine Marktjuden sind. Hier gibt es keine Abmacherei, wie bei einer Konkursverwertung. Bevor wir statt 50 Kronen uns nun mit 25 Kronen begnügen, wollen wir lieber der Gemeinde Vaduz die ganze Forderung schenken, und zwar zu ewigem Andenken“ (Heimatbuch Otto Seger 1956, S. 63, Vaduzer Heimatbuch, Band 2-2016).
Exkurs: Der Mäuseprozess von Glurns (Südtirol)
Als kleines Kuriosum aus dem benachbaten Ausland soll hier über den Mäuseprozess von Glurns berichtet werden, wie er in am 24. Septmber 2024 in unsertirol24.com beschrieben wurde. Am 2. Mai 1520 sprach Richter Wilhelm von Hasslingen ein ungewohntes Urteil über Wühlmäuse, die der Gemeinde Stilfs erheblichen Schaden zugefügt hatten. In seinem Rechtsspruch nach dem römischen Recht verfügte der Richter, dass die Tiere binnen vierzehn Tagen die betroffenen Äcker und Wiesen räumen und niemals wiederkehren dürfen. Dieses Urteil wurde damals tatsächlich verkündet. Die Vorstellung, dass Tiere wie Mäuse vor Gericht gestellt werden, erscheint völlig unvorstellbar. Tatsächlich wurde Tieren zu Beginn der Neuzeit eine gewisse Rechtsfähigkeit zugesprochen. Wer das Urteil aus dem Mäuseprozess ernst nimmt, muss eingestehen, dass die Menschheit einst fortschrittlicher war, wobei selbst Schädlinge wie Wühlmäuse das Recht auf faire Behandlung hatten.
Die damalige wirtschaftliche Lage im Vinschgau war verheerend schlecht. Die Gemeindeverantwortlichen von Stilfs beauftragten den Bürger Simon Fliss beim Gericht in Glurns Klage gegen die Tiere zu erheben. Der Richter liess die Klage zu, während die Wühlmäuse durch den Stilfser Bürger Hans Grinebner verteidigt wurden. Am Verhandlungstag vertrat der Verteidiger die Wühlmäuse. Zeugen bestätigten den Schaden, wobei der Verteidiger darauf hinwies, dass die Tiere schon lange in dem Gebiet lebten und bat um milde Strafe. Er schlug vor, dass die Mäuse die Gelegenheit haben das Gebiet geordnet zu verlassen. Trächtige Tiere sollten eine längere Frist erhalten. Die Vorschläge wurden ins Urteil aufgenommen. Den Mäusen sollte dann ein neuer Lebensraum zugewiesen werden, wobei in der Gemeinde Schluderns eine Zuflucht benannt wurde. Die im Durchgang betroffene Gemeinde Prad meldete Bedenken an. Was daraus mit dem Geleit geworden ist, entzieht sich der Unterlage. Eine heutige Nachlese zu diesem Prozess kommt zum Schluss, dass dieses Vorgehen gegen die Mäuse sinnvoll gewesen sei, um die damalige Steuergesetzgebung auszuhebeln. Aber die Geisteshaltung, Tieren Rechte zuzusprechen, wird erst Ende des 20. Jahrhunderts wieder aufgegriffen.
Die Feldmauser in Sagen und Brauchtum
Die Figur des Mäusefängers ist im europäischen Aberglauben verwurzelt. Es sei an den Rattenfänger von Hameln erinnert und früher wurden Mäuseplagen oft als Wirken des Teufels angesehen. Der Feldmauser war somit eine Person, die sich mit solchen Kreaturen beschäftigte. Mäuse galten auch als Omen für Krieg oder Tod. Mäuseplagen wurden als Strafe Gottes gedeutet, weshalb der Feldmauser eine fast exorzistische Rolle übernahm.
In der liechtensteinischen Sagenwelt spielen Mäuse eine besondere Rolle, vor allem im Kontext der Hexerei, wie die Sage vom „Mäusemachen“ zeigt, bei der Hexen Mäuse erzeugen konnten, um dem Menschen zu schaden. In solchen Sagen tauchen Mäuse auch als Plagegeister auf, die durch menschliches Fehlverhalten oder übernatürliche Einflüsse ausgelöst werden (Herbert Hilbe, Sagenwelt Liechtensteins 2017). Hier nimmt der Muser (Mäusefänger) so eine besondere Stellung ein. Seine Rolle spiegelt die Ohnmacht der Menschen gegenüber Naturplagen. Der Mauser wird in volkstümlichen Überlieferungen als Gestalt beschrieben, die zwischen der Zivilisation und der wilden Natur steht. Er arbeitet zu Unzeiten, so vor Sonnenaufgang oder in der Nacht, was ihm in der Sagenwelt eine Aura des Geisterhaften verlieh. Wo sein Handwerk endet, beginnt das Reich der Legenden, der Geister.
Der Feldmauser heute: ein aussterbendes Handwerk

Der Beruf des Feldmausers gilt wie erwähnt seit den 1960er Jahren als aussterbend. Im vergangenen Jahrhundert waren Stellenausschreibungen mit der Suche nach Feldmausern noch üblich gewesen. So suchte die Gemeinde Vaduz per Inserat noch im Jahr 1982 einen Feldmauser (Liechtensteiner Vaterland, 17.4.1982).
Als dies auch die Gemeinde Schaan im Jahr 2000 ebenfalls per Inserat noch tat, dachte die Bevölkerung an einen Witz (Liechtensteiner Volksblatt vom 25. August 2000). Die Schwanzprämie schaffte es immerhin bis zum Wikipedia-Beitrag, wobei Sennwald und Balzers am häufigsten mediale Beachtung finden. Verschiedene Gemeinden im Werdenbergischen und in Liechtenstein zahlen noch heute für Mäuse. Der damalige Sennwalder Gemeindepräsident meinte in den Medien, dass in seiner Gemeinde 2016 10‘000 Schwänze abgegeben wurden, wobei für jeden 1.50 Franken bezahlt wurde. Es seien meist Jugendliche gewesen, die ihr Handwerk von ihren Eltern oder Grosseltern gelernt hätten. Die Mäusejagd habe bei ihnen noch Tradition.
Auch in Gams sagte der Gemeindepräsident, es gäbe ein Budget für Mäuseschwänze von 4‘000 Franken, das im Jahre 2016 nicht ausreichte. Man wollte dort diesen Posten abschaffen, sei aber auf Widerstand in der Bevölkerung gestossen. Es sei eben eine Tradition und für Kinder eine Möglichkeit, ihr Taschengeld aufzubessern (20 Minuten, 11. April 2017).
Es handelte sich rückwirkend betrachtet um ein eher geringes Entgelt, das einem Nebenverdienst entsprach, was in der Redewendung „hier werde ich nicht einmal Mauser“ zum Ausdruck kommt, wobei dies auch den traditionell niedrigen sozialen Status und die Mühsal des Berufes widerspiegelt. Niemand strebte freiwillig diesen Beruf an, es war oft die Tätigkeit für die Armen oder jene, die keine andere Arbeit fanden. Der Beruf war körperlich anstrengend, bei jedem Wetter schmutzig und eben nicht gut bezahlt.

Zum Sozialprestige des Mausers findet sich in den Oberrheinischen Nachrichten vom 2.4.1924 ein Eingesandt von einem „Schulfreund“. Es gab damals Bemühungen, den Ortsschulrat wieder flott zu gestalten. Der „Schulfreund“ verweist auf einen früheren Fall. Eine liechtensteinische Gemeinde wählte ihren Mauser in den Ortschulrat. Darüber war der betroffene Lehrer sehr entrüstet und erstattete Anzeige bei der Regierung. Der Landesverweser In der Mauer eröffnete der betreffenden Gemeinde in einem Schreiben folgendes: „Es ist für die geklärten Ansichten der Regierung über die Schule jedenfalls bezeichnend, dass die Letzteren eine absolut ungeeignete Person, wie den Mauser R.R. in den Ortsschulrat wählen konnten. R.R. wird im Interesse der Schule und des Mäusefangens in R. veranlasst werden, auf die ihm durch die Weisheit seiner Mitbürger übertragene Ehre eines Schulratsmitgliedes zu verzichten, worauf die fürstl. Regierung eine Neuwahl anordnen wird“. Es wird abschliessend im Beitrag vermerkt, dass bald wieder Gemeindewahlen stattfinden werden. Da sollte solch Schabernack unterlassen werden.
Heute hat sich die Wahrnehmung in Liechtenstein gewandelt. Die verbliebenen Feldmauser – wie in Balzers – gelten als Bewahrer einer seltenen Tradition und nicht mehr als soziale Aussenseiter. Sie werden heute als Experten für ökologische Schädlingsbekämpfung angesehen.
Auch in Liechtenstein gab es noch anfangs des 21. Jahrhunderts Mausschwanzprämien (Janine Köpfli, Liechtensteiner Volksblatt, Ohne Katze auf Mäusejagd, 25. August 2000). Sie betrug in Triesen 3.50 Franken, wurde aber im Jahr 2023 auf die Hälfte gesenkt, Planken zahlte 3 Franken, Eschen CHF 1.50, Gamprin CHF 1.30 und Schellenberg CHF 1. (Luisa Boss, Liechtensteiner Volksblatt vom 7.4.2017). In Vaduz erfolgte die letzte Zahlung anfangs 2006, in Ruggell und Schellenberg gab es keine Nachfragen mehr. Auch in Schaan wurden ab 2016 keine Prämien mehr bezahlt.
Der Sonderfall Balzers
In der Gemeinde Balzers gibt es die letzten professionellen Mauser. Die Bürgergenossenschaft lässt flächendeckend alle landwirtschaftlich genutzten Parzellen durch drei Feldmauser betreuen (St.Galler Tagblatt 7.1.2026). Sie würden pro Jahr 3‘500 bis 4‘800 Mäuse, inklusive Maulwürfe, fangen.
Ein Feldmauser suche dabei die Gänge der Mäuse, putze sie heraus und platziere dort eine Falle. Es werden topcat-Fallen aus Chromstahl und die früheren zangenartigen Schnappfallen eingesetzt. Dann müsse man warten, bis die Falle zuschnappe und regelmässig nachsehen. Es können durchschnittlich um die 30 Tiere an einem Tag gefangen werden. Die Jagdsaison sei ganzjährig, falls der Beden nicht gefroren sei. Das Handwerk müsse gelernt sein.
Der Begriff der „Scher“ wird in Balzers allerdings für den Maulwurf verwendet, die Feldmäuse heissen „Springerle“ und die Schermaus ist die „Stossmus“.

Im Beitrag „Ohne Katze auf Mäusejagd“ im Liechtensteiner Volksblatt vom 25. August 2000 wird eine Beschreibung des Mauserhandwerkes gegeben. Die Tiere seien eine Zeitlang gefroren dem Greifvogelpark in Buchs abgegeben worden. Heute würden sie an Ort liegengelassen; das hätten sich die Milane als Futterplatz gemerkt.
Die Bilanz der Mauser in der Gemeinde Balzers sieht wie folgt aus: von 2006-2020 wurden 36‘355 Mäuse gefangen und mit CHF 127‘242.50 entschädigt. Ein Fangrekord wurde im Jahr 2024 mit 7‘350 Mäusen aufgestellt.
Ähnlich ist es auch mit den Flächen im Eigentum der Bürgergenossenschaft auf Schweizer Hoheit. Auf angrenzendem Boden links der Kantonsstrasse zum St. Luzisteig erhalten die Mauser vom Grundeigentümer der Stadt Maienfeld CHF 4.— pro Mausschwanz. Die Gemeinde Fläsch rechts der Kantonsstrasse kenne keine Prämien mehr.
Feldmauserei – ein “alter Zopf“ oder eine zu erhaltende Tradition?
Mäuse können in der Landwirtschaft Schaden anrichten. Die verantwortlichen Scher- und Feldmäuse haben aber auch ihre natürlichen Feinde. Es sind dies die Greifvögel Falken, Bussarde, Milane und Eulen, auch Habicht und Sperber sowie der Graureiher und neuerdings die Weissstörche; auch Schlangen wie die Ringel- und Schlingnatter gehören dazu.
Unter den Landsäugetieren sind es Fuchs, Dachs, Marder, Wiesel bis zur Hauskatze. Sie gehören zum ökologischen Wechselspiel als Antagonisten in der Natur. Sie sind zudem tag- und nachtaktiv. Sie passen sich auch in ihrer eigenen Vermehrung den Populationen der Mäuse an.

Es wird sich immer lohnen diese effizienten Regulatoren in der Natur zu begünstigen. Persönlich erinnere ich mich lebhaft an zwei Erlebnisse. Ich sah auf dem Balzner Rheindamm, wie ein Mauswiesel eine fast gleichgrosse Schermaus über den Dammweg zog. Im Balzner „Entenmoos“ konnte ich einen Graureiher beim Fang einer Schermaus beobachten, die er dann trotz ihrer Grösse herunterschlucken konnte.
Wir fördern diesen steten Einsatz der natürlichen Gegenspieler mit strukturierten Landschaften, mit Baum und Strauch; auch Sitzstangen für Greife können als künstliche Hilfsmittel nützlich sein. Stattdessen bejagen wir die natürlichen Fressfeinde wie den Fuchs und lange wurden die Greife bei uns als vermeintliche Schädlinge ebenso verfolgt. Eulen, Bussarde, Milane und Turmfalken wurden durch das Naturschutzgesetz 1933 geschützt, der Habicht und der Sperber erst durch ganzjährige Schonung im Jaggesetz des Jahres 1962. Alle diese Tierarten finden sich dynamisch in einem ökologischen Gleichgewicht und wirken nachhaltig. Um die zusätzliche Notwendigkeit der Feldmauserei zu beurteilen, müssten Mäusepopulationen an verschiedenen Orten in Liechtenstein genau untersucht werden. Da solches nicht vorliegt, kann auch keine ökologische Gesamtbeurteilung erstellt werden.
Balzers hält mit seinen drei offiziellen Feldmausern an der Tradition des Feldmausers fest, um dieses alte Handwerk nicht ganz in Vergessenheit geraten zu lassen. Die Bürgergenossenschaft Balzers gab im Jahr 2024 CHF 25‘725 für die Feldmauserei aus. Die Zukunft der Feldmauserei ist letztlich ein „politischer“ Willensentscheid.
Mario F. Broggi, 19.1.2025
Dank
Ich danke den Herren Dr. Jürg Paul Müller, Chur, Aldo Wille, Balzers, und Rainer Kühnis, Vaduz, für wertvolle Hinweise zum Thema.

