
Der Vaduzer Giessen ist in einigen Abschnitten ein Musterbeispiel eines in der Siedlung aufgewerteten Fliessgewässers. Er ist im Bereich des Solarisweges und später wieder nach dem Vaduzer Saal entlang des Pappelweges bis über das Haberfeld hinaus ein gut besuchtes Naherholungsgebiet und eine verkehrsfreie attraktive Verbindung für Alt und Jung. Die verrohrten 200 Meter zwischen dem Beginn des Pappelweges bei der Markplatz-Parkgarage bis zur Kirchstrasse sind das extreme gegenteilige Beispiel dafür, wie man es nicht machen soll.
Die Zufahrt zur Parkgarage verläuft über dem verrohrten Giessen. Dort ist zwischen den Gebäuden weit und breit alles versiegelt. Der Raum ist einzig mit ein paar fremdländischen „Architektenbäumen“ ausgestattet, wo man sich wundert, wie diese dort mit ihrem fehlenden Wurzelraum überhaupt gedeihen sollen. Sicher würde diese versiegelte Situation heute jegliche Umweltverträglichkeitsabklärung nicht bestehen.



Versiegelte Flächen bedeuten keine Versickerungsmöglichkeit für das Regenwasser. Die trostlos wirkenden Flächen heizen sich im Sommer massiv auf.
„Weniger Beton und Asphalt, mehr Grün, Lebensraum und natürliche Vielfalt“ wäre hier die gewünschte Devise! Ob solches bei der geplanten Umgestaltung des heutigen Marktgaragengeländes vorgesehen ist?


Der extrem trockene und heisse Sommer 2026 müsste in Konsequenz einladen zu überlegen, ob man den Giessen hier nicht wieder öffnen könnte, um das Lokalklima zu verbessern. Das wäre ein grosser Gewinn für die Lebensqualität in Vaduz.
15.10.2026, Mario F. Broggi